Haltung

Haltung

Die 3 wichtigsten Erfolgskriterien sind…

1. Das Wasser

Irgendwann hat mal jemand gesagt: „Ein Fisch ist nur so gut, wie das Wasser in dem er schwimmt.“ Es kann gut sein, dass das ein Angler, Züchter von Speisefischen oder sogar ein Koch war. Ich weiß es nicht mehr genau. Aber: Dieser Satz stimmt definitiv. Macht Euch, ganz egal ob Ihr Fische nur haltet oder sogar züchtet, diesen Satz zu Euren Eigenen! Ein Fisch, der tage- oder gar wochenlang in seiner eigenen Pisse und Sch… schwimmen muss, wird dadurch nicht besser. Ein junger Fisch wird dadurch auch nicht mehr besonders schnell wachsen. Oft hört man noch von der Theorie, dass Fische sich ihrem Behältnis (in welchem sie gezwungenermaßen leben müssen) anpassen würden, d.h. in einem kleinen Aquarium auch nicht mehr zur vollen Größe heran wachsen. Das stimmt so nicht. Allerdings gibt es auch keine viereckigen Haie…

Die Medakas machen es uns mit ihren vergleichsweise geringen Ansprüchen verhältnismäßig leicht, für gutes Wasser als Lebenselixier zu sorgen. Deutsches Leitungswasser wird in großen Wertebereichen für Härte und PH-Wert akzeptiert. Auch Temperaturen zwischen 15 – 30 Grad Celsius werden durchaus über längere Zeiträume toleriert. Kurzzeitig darf es sogar noch extremer werden. 4 Grad Celsius können kurzzeitig als unterste und 38 Grad Celsius als oberste Grenze angenommen werden.

Wichtig: Wasser wechseln nicht vergessen, gerne einfach aus der Leitung – je häufiger, desto besser.

Deutsches Leitungswasser: Ja, überhaupt kein Problem. Es sollte nur nicht extrem nach Chlor stinken. Dann doch lieber etwas abstehen lassen und evtl. zusätzlich belüften. Bei der Gelegenheit würde ich aber auch noch meinen Wasserversorger kontaktieren…

Filter: Ja oder Nein?

Ein Filter, egal ob Außenfilter oder Innenfilter übernimmt zwei wichtige Aufgaben: Zum einen säubert er das Wasser von Schwebstoffen, zum anderen bietet er, mit geeignetem Substrat bestückt und nach einer längeren Einlaufphase, eine Besiedlungsfläche für Bakterien, welche Ammoniak und Nitrit zu wesentlich ungiftigeren Nitrat abbauen (man nennt das: Nitrifikation). Selbst mit häufigen Wasserwechseln, kann man auf diese kleinen Helferlein im Teich oder Aquarium nicht verzichten. Sorgt man nun im Medaka-Reich für genügend Besiedlungsfläche für die Bakterien und Sauerstoffeintrag, kann der Einsatz eines Filters entbehrlich sein. Schaut Euch mal im Netz die vielen Fotos und Videos von Medaka-Haltern und Züchtern in Japan an. In 90 % aller Fälle sehe ich hier keine Filter. Ich sehe aber immer Luftausströmer und fast immer Bodengrund aus Lavagestein. Man sorgt also für Wasserbewegung an der Oberfläche = Sauerstoffeintrag. Zum anderen schafft das Lavagestein mit seiner hochporösen Struktur ideale Voraussetzung für die Ansiedlung von nützlichen, schadstoffabbauenden Bakterien, welchen es tatsächlich egal ist, ob sie in einem Filter oder außerhalb dessen leben, solange die Bedingungen für sie stimmen. Denn auch sie brauchen jede Menge Sauerstoff zum Überleben.

2. Das Futter

Zur Aufzucht der Larven und Jungfische setzen wir hochwertiges Granulatfutter mit einem Eiweißgehalt von bis zu 45 % und einem Fettgehalt bis 12 % ein. Außerdem füttern wir täglich frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien und hin und wieder Mikrowürmer zu.

Unsere erwachsenen Medakas erhalten Granulatfutter mit 47 % Eiweiß und 9 % Fett.

Man sollte bei dem Futter darauf achten, dass es möglichst lange schwimmfähig bleibt, denn Medakas nehmen das Futter am liebsten an der Wasseroberfläche auf.

Unser bewährtes Hauptfutter Medaka No.1 enthält:
Eiweiß(Protein): 47%, Fett: 9%, Rohfaser: 1,2%, Asche: 9,9%
Vitamin A (IE/kg): 14.000, Vitamin D (IE/kg): 2.180, Vitamin E (mg/kg): 280, Vitamin C (mg/kg): 709

3. Die Sonne

Sonne, Sonne und noch mal Sonne! Wenn sich das Wasser dabei nicht so aufheizen würde, am besten den ganzen langen Tag. Medakas sind Sonnenkinder. Für die Entwicklung kräftiger Farben ist direktes Sonnenlicht unerlässlich. Die Sonne ist auch für uns Menschen der wichtigste Vitamin-D-Lieferant. Vitamin D ist unabdingbar für die Knochenbildung und für ein gut funktionierendes Immunsystem. Natürlich sollte man seinen Medakas immer auch Schattenplätzchen, z.B. in Form von Schwimmpflanzen o.ä. anbieten.

Allgemein

Ich halte nichts von Angaben, wie groß ein Becken mindestens sein muss, um darin die eine oder andere Fischart zu halten. Vergleichsweise zur Natur ist selbst ein 500-Liter-Aquarium nur eine kleine Pfütze auf einem ausgefahrenen Waldweg. Aber wir können in Bezug auf die Wasserwerte jederzeit Einfluss nehmen und mit mehr oder weniger Technikeinsatz für optimale Lebensbedingungen unserer Pfleglinge sorgen. Je mehr Raum diesen zur Verfügung steht, umso besser ist es allemal. Fast alle Krankheiten unserer Aquarienbewohner sind auf schlechte Haltungsbedingungen zurückzuführen. Man kann dann natürlich mit teuren Medikamenten behandeln und manchmal führt das auch zum Erfolg, aber langfristig ist das keine Lösung. Auch einem Fisch sieht man es an, ob es ihm gut geht und er zufrieden mit der Gesamtsituation ist. Schaut ihm ruhig mal in die Augen. 😉

Die wichtigsten Wasserwerte:
Temperatur im Winter: 12 – 18 Grad Celsius
Temperatur im Sommer: 18 – 28 Grad Celsius
(kurzfristige Temperaturschwankungen zw. 4 .. 38 Grad Celsius werden durchaus gut verkraftet)
ph-Wert: 7.0 .. 8.4
Härte: 6-20 dGH

Medaka eignen sich übrigens auch ideal zur Haltung in einem kleinen Teich. Mehr zu unserem Teichprojekt 2019 erfahrt ihr hier: Teichbau und das erste Jahr.